Bericht eines Besuchers bei „Wedding gegen den Rest der Welt“

By 8. August 2018Boxen

Mich hat der Nachmittag beeindruckt! Gerade durch den glücklichen Zufall/Unfall der nur teilweise abgestimmten Organisation entstand eine so noch nicht erreichte Atmosphäre der Dynamik und Freiheit – ein Geschenk für den Stadtteil und dessen Milieu! Freier Eintritt, ein voller Saal wartete auf den Beginn, Eckpolster am Ring wurden in letzter Sekunde vom Nachbarverein geborgt, Schraubenschlüssel zur Montage kurz vor dem Start bei Obi nach-gekauft, es ging auch ohne Getränke und Essen, unzählige Publikumshände umklammerten das Ringseil, Gewichtsklassen wurden zum Antritt einfach ausgerufen, wartende Kämpfer standen in den weißen Ecken herum, unzählige Sparrings wechselten sich frei ab, jeder durf-te, keiner musste, der Saal befand sich in Konzertstimmung!

Das Resultat war eine ungezwungene, fröhliche und vor allem entspannte Stimmung, bei der sich jeder wohl fühlte – Authentik und Leben ganz ohne Protokollarium und geregelte Abläu-fe! Manch Eingefleischter könnte dieses Phänomen als „Anarchie“, Rummelboxen, Wedding-Spinnerei und orientalische Irrfahrt abgestempelt haben, ich hingegen hoffe, dass man das wilde Potential, das sich hier entfaltete, erkennt und zu schätzen weiß. Kurz gesagt: In der Bude war reichlich Schwung!